AUSSTELLUNGEN

Sexus-Kult-Form_Sammlung Italiaander_Schloss Reinbek

Otto Fischer-Trachau: Komposition in Blau. Öl / Lwd., 1919 / 20. Foto: Sammlung Italiaander

AUFBRUCH

Die Hamburgische Sezession

23.08. – 18.10.2020

Am 14. Dezember 1919 eröffneten Künstlerinnen und Künstler der gerade erst gegründeten Hamburgischen Sezession ihre erste Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle. Es war eine späte Gründung. In München, Berlin, Wien und anderen Städten gab es schon seit den 1890er Jahren derartige Künstlervereinigungen. In Hamburg brauchte es erst den gesellschaftlichen Wandel nach dem Ersten Weltkrieg mit dem Zerfall des Kaiserreiches. Neues sollte entstehen; auch und gerade in der Kunst. 

Den Sezessionisten ging es im Allgemeinen um eine bewusste und programmatische Abspaltung von herkömmlichen und offiziellen Künstlervereinigungen und um einen Aufbruch zu neuen Zielen. In Hamburg wollte man vorrangig die Künste zur Geltung bringen, ihnen Aufmerksamkeit und Wertschätzung sichern. Künstler aus Literatur, Architektur, Musik und Theater waren bei den diversen, bis heute berühmten Künstlerfesten willkommen. Man verstand sich als gemeinsame Elite, allein der jeweiligen künstlerischen Qualität verantwortlich. 

Einen einheitlichen Stil gab es allerdings nicht. In den Werken der Sezessionisten spiegeln sich die künstlerischen Strömungen ihrer Zeit wieder; des Expressionismus etwa oder auch der Neuen Sachlichkeit. Manche standen unter dem Einfluss der Arbeiten Edvard Munchs, andere suchten den Anschluss an die Pariser Schulen der 20er Jahre. 

Als sich 1933 die Hamburgische Sezession selbst auflöste, um einem Nazi-Verbot zuvor zu kommen, hatten 52 Künstlerpersönlichkeiten an den diversen Gemeinschaftsausstellungen teilgenommen. Die erneute Gründung im Jahr 1945 blieb weitgehend ohne Widerhall; sie wurde 1952 wieder aufgelöst.

Die Ausstellung präsentiert 34 Werke von 16 Künstlerinnen und Künstlern, die der Sammler Rolf Italiaander zusammengetragen hat. Nicht alle Exponate stammen dabei aus der Sezessionszeit. Etliche sind nach dem Krieg entstanden, als Italiaander als Erster Sekretär der Hamburger Akademie der Künste zu vielen der ehemaligen Sezessionisten in freundschaftlichem Kontakt stand. 

Bernd M. Kraske

BILDERGALERIE

EINTRITTSPREISE

TERMINE

Eröffnung am Sonntag, 23. August 2020 um 11.30 Uhr

SEXUS - KULT - FORM

AUSSTELLUNGEN

Sexus-Kult-Form_Sammlung Italiaander_Schloss Reinbek

Foto: Sammlung Italiaander, Ausstellungsplakat SEXUS – KULT – FORM 2019

SEXUS – KULT – FORM

Afrikas Skulpturen-Sprache

19.05. – 19.09.2019

Die Skulpturenwelt Afrikas ist so differenziert und vielfältig wie die Ethnien, die sie hervorgebracht haben. Seit den 1930er Jahren hat Rolf Italiaander den schwarzen Kontinent immer wieder durchreist und die in dieser Ausstellung zu sehenden Exponate vor Ort gesammelt. Meist sind die Skulpturen aus Holz gefertigt, einem auf Grund des extremen Klimas nur kurzlebigem Material. In der Regel handelt es sich dabei um Kultgegenstände, die, je nach Stammesreligion, bei Tänzen und Prozessionen getragen werden, auch bei Ernte- und Bestattungsfeiern oder bei Initiationen in die Erwachsenenwelt. Oftmals werden dabei Ahnen dargestellt, da man bei ihnen Schutz sucht aber auch Erleuchtung, den eigenen Lebensweg sicher und erfolgreich zu gehen.

An erster Stelle steht dabei der Wunsch nach Fruchtbarkeit, nach zahlreichen Kindern, die das Alter sichern helfen. Die Überbetonung der Geschlechtsmerkmale bei weiblichen wie männlichen Figuren ist daher ebenso auffallend wie natürlich. Die Bitte um Fruchtbarkeit schließt natürlich die um Regen und gute Ernte mit ein. Die Maske und Statuen sind dabei Sinnbilder für die in kultischen Handlungen vergegenwärtigten Kräfte. Diese springen bei rituellen Handlungen vom Ausführenden auf die anwesende Gruppe über. Insbesondere gilt dies für die Träger von Masken, die im Tanz etwa metaphysische Kräfte verströmen. Böse Geister werden so gebannt, gute milde gestimmt. So ist es auch ganz selbstverständlich, dass Gegenstände des täglichen Gebrauchs mit magischer Medizin imprägniert werden, um etwaigen Dieben Schaden zuzufügen.

Als Rolf Italiaander Afrika bereiste, waren derlei Rituale noch an der Tagesordnung. Erst durch die ignorante Rücksichtslosigkeit der meisten Kolonialherren, wurden viele Ethnien aus ihren angestammten Gebieten vertrieben und ihre endogenen Kulturen als primitiv denunziert. Heute wissen wir, dass der Formenreichtum der Afrikanischen Kunst die Moderne Europas inspirierte und sie recht eigentlich auf den Weg brachte.

Bernd M. Kraske

BILDERGALERIE

EINTRITTSPREISE

TERMINE

Am 19.05.2019 um 11:30 Uhr

Eröffnung der Ausstellung SEXUS. KULT. FORM. im Schloss Reinbek.

SEXUS - KULT - FORM

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